Wenn Sasha essen geht, dann spricht ihn niemand an, wenn er durch sein Schanzenviertel schlendert, erkennen ihn die meisten nicht.

Sasha zu Besuch bei Radio Hamburg

Popstar Sasha lebt seit 2005 im „unfassbar schönen“ Hamburg. Hier tritt er am liebsten auf.
Foto: Public Address

Hamburg. Nur im Supermarkt, da sei er einmal sehr charmant und höflich von einer Kassiererin um ein Autogramm gebeten worden. So jedenfalls sieht Popstar Sasha (37) sein Leben in Hamburg. „Ich vergesse außerdem oft, dass man mich kennen könnte“, sagte der Sänger gestern kurz vor seinem ausverkauften Konzert in der Laeiszhalle dem Abendblatt. „Meine Autogrammkarten habe ich nie dabei, die liegen immer in meiner Wohnung.“ Man glaubt ihm das, dem Schwiegermutter-Traum mit dem schelmischen Lächeln. Dann sofort der Einwand, dass er eben gar kein solcher sei: „Schwiegermutter-Typ, das geht gegen meine Logik. Ich bin 80 Prozent der Zeit unterwegs und habe nur Musik im Kopf.“ So etwas wünschten sich Mütter nicht für ihre Töchter. Aber Aussehen und Verhalten spielten bei seinem Image eben auch eine Rolle.

Aktuell ist Sasha Single, beglückt also weder eine Frau noch deren Mutter mit seiner ungeteilten Aufmerksamkeit. „Ich bin noch verschlossen, was eine neue Liebe angeht. Nach mehreren langen Beziehungen ist es außerdem auch mal ganz schön, allein zu sein“, sagt er. Doch gern verbringt er Zeit mit seinem jüngeren Bruder Norman, der in seiner Heimatstadt Soest lebt, verheiratet ist und zwei Kinder hat. „Ich liebe meine Familie. Es gibt Phasen, in denen man sich öfter sieht, dann aber ist es auch nicht schlimm, wenn man mal zwei Monate nicht telefoniert, weil so viel zu tun ist.“ Wie jetzt. Sasha hat gerade seine Deutschland-Tour gestartet, gestern Abend sang er in Hamburg Songs aus seinem neuen Album „Good News On A Bad Day“. Die etwas ruhigere Platte sei „teilbiografisch“, nicht jedes besungene Thema – von One-Night-Stand bis Schlaflosigkeit – erlebte er haargenau so. „Ich habe Freunden von meinen Ideen erzählt, die mir dann von ihren Erfahrungen berichteten. Daraus sind dann die Texte entstanden“, sagt Sasha, der seit knapp 20 Jahren Musik macht und viele aus der Branche kennt. Doch nur wenige sind echte Freunde geworden. So wie Mark Tavassol von der Band „Wir sind Helden“ oder TV-Koch Tim Mälzer, den er vor einigen Jahren beim Echo traf. „Wir haben dort Handynummern ausgetauscht und treffen uns, wenn wir beide in Hamburg sind“, sagt Sasha.